Ihr Nutzen

 

Schitourenprojekt 15 - Weltrekord!!
von Wartlsteiner Hansjörg - Seine Gedanken und Impressionen, 16.3.2010

 

Warum mache ich solche Projekte? Diese Frage wird mir oft gestellt, aber sie lässt sich nicht mit Worten
erklären. Eine Erklärung warum ich so etwas mache, kann ich nicht geben, sehr wohl aber kann ich einige
Gedanken wiedergeben was ich dabei denke und fühle.
Kennst du deine eigenen Grenzen? Ich behaupte „Nein“. Seine eigenen Grenzen kennt man nicht, man muss
sie erfahren und sie verändern sich ständig und man kann sie selbst verschieben und beeinflussen. Ich höre oft
die Aussage „Das geht nicht!“. Woher soll man denn wissen was geht und was nicht, wenn man es nicht
zumindest versucht hat?

Anzahl der Herzschläge: 180000 Schläge

Minimum Herzfrequenz 44 S/min

Durchschnittliche Herzfrequenz 125 S/min

Maximale Herzfrequenz 159 S/min

Aufstieg 12550 m

Abfahrt 12550 m

Abfahrten: 15


Eine meiner Lebensphilosophien lautet „Diejenigen die immer davon reden etwas zu tun, werden von mir
überholt - weil ich es einfach tue!“ Genau darum geht es mir auch. Ich treffe eine Entscheidung was ich
machen will und versuche dann dieses Ziel zu erreichen. Wenn ich dann auch noch weiß „warum“ ich etwas
machen will ergibt sich das „wie“ von selbst. Dazu gehört aber auch dass man lernt zu scheitern! Ich versuche
an meinen Misserfolgen zu wachsen. An den Erfolgen zu wachsen ist keine Kunst – das kann jeder.
Es geht aber während der gesamten Zeit des Trainings und der Vorbereitungen nicht nur darum ein Ziel zu
erreichen sondern auch darum jeden Augenblick dabei zu genießen. Nicht was in der Zukunft liegt zählt
sondern das hier und jetzt! Das ist der winzige Bereich in unserem Leben den wir selbst beeinflussen können.
Wir können selbst bestimmen ob uns der jetzige Augenblick Freude bereitet oder Frust. Ob ich mich darüber
ärgere dass ich alleine bei minus 25° am Gipfel sitze und mir der Wind um die Ohren pfeift, weil ich ja schon
wieder trainieren muss, oder Spass daran habe weil ich heute der einzige auf diesem Gipfel bin der das
traumhafte Panorama genießen darf – alle anderen sitzen unter einer dicken Nebeldecke und sehen die Sonne
nicht – diese Entscheidung liegt alleine bei mir. Du verstehst vielleicht jetzt nicht was ich mit diesem
Philosophischen Gerede will, was ich damit aber sagen möchte ist folgendes: Um ein Projekt in dieser
Kategorie auszuführen muss man als erstes an seiner eigenen Einstellung arbeiten. Diese Projekte gewinnt
oder verliert man im Kopf! Der Körper signalisiert nach einigen Stunden dass er genug hat und jetzt abbrechen
möchte. Der Kopf entscheidet nun ob man sich nun selbst unendlich quält oder dem inneren Schweinehund
nachgibt und abbricht. Man kann den Körper trainieren. Man kann intensive Trainingseinheiten, lange
Trainingseinheiten usw. durchführen, aber man kann nur alle 4 bis 6 Monate den Körper total überfordern und
ein Projekt dieser Größenordnung durchführen. Somit ist eine Vorbereitung auf solche Projekte nur im Kopf,
nicht aber körperlich möglich – sonst brennt man aus und hat keine Reserven mehr für das eigentliche Ziel. Es
gilt dabei auch noch die Herausforderung anzunehmen diese Projekte der Familie unterzuordnen. Parallel dazu
gibt es auch noch mein Unternehmen in dem ich für 20 Arbeitsplätze und deren Familien verantwortlich bin. Die
extremen körperlichen und geistigen Belastungen denen ich mich bei meinen Vorbereitungen zu den Projekten
aussetze, helfen mir aber immer wieder dabei meine Arbeit zu bewältigen und selbst in schwierigen Situationen
nicht die Nerven zu verlieren. Das Motto „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ hat daher in
den letzten Jahren für mich immer mehr an Bedeutung gewonnen. Hierzu will ich aber später noch mehr
sagen.



Die Idee eine Schitour auf 24 Stunden auszudehnen kam mir bereits im Jahr 2008. Am 14. März 2009 startete
ich dann einen Versuch binnen 24 Stunden mindestens 8848 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Ich
startete und schaffte 9130 Höhenmeter im Aufstieg – nicht jedoch 24 Stunden. Also war das Projekt für mich
gescheitert! An diesem Misserfolg bin ich aber gewachsen. Ich habe den gesamten Sommer und den nun
bereit zu Ende gehenden Winter über hart trainiert um mein neues Ziel zu erreichen. Am 14. März 2010 um
09:00 Uhr habe ich dann dieses Ziel erreicht.
Im September 2009 absolvierte ich ein ähnliches Projekt. Die „Hopfgartenumrundung“ zu Fuß, der
Gemeindegrenze +- 50 Metern folgend. Das bedeutet wegloses Gelände, Jungwald, Latschen, Klettereien,
Durchquerung von Bächen und Gräben, weite Gratstrecken und Blockklettereien. Es galt dabei 92km
horizontale Distanz in unwegsamem Gelände, 9000 Höhenmeter im Aufstieg und Abstieg, 38 Gipfel und alle
obenstehenden Hindernisse zu bewältigen. Das Projekt gelang in einem Zug in 31 Stunden.

Zu diesem Zeitpunkt dachte ich dass dies meine Grenzen seien. Nach dem Projekt 15 habe ich dazu eine andere
Meinung, denn im Vergleich zum Projekt 15 war diese Hopfgartenumrundung zwar eine hervorragende
Leistung, ordnet sich im Schwierigkeitsgrad und Härte aber eindeutig hinter dem Projekt 15 ein. Ich weiß aber
auch dass das Projekt 15 nicht das letzte seiner Art sein wird. Ich habe schon wieder Ideen die nur darauf
warten umgesetzt zu werden und dann wird sich auch das Projekt 15 wieder einem anderen Projekt
unterordnen müssen. Es muss nicht unbedingt schwieriger oder länger oder was auch immer sein. Wichtig für
mich ist jedenfalls immer wieder einen Punkt am Horizont zu sehen, auf den ich mich hinbewegen möchte.
Weiter oben im Text habe ich bereits erwähnt ich wolle noch mehr zum Thema „In einem gesunden Körper
wohne auch ein gesunder Geist“ sagen. Bei meinen Vorbereitungen habe ich daran gedacht eine Art
Spendenaktion im Rahmen des Projektes 15 für einen wohltätigen Zweck zu organisieren. Ich habe dann
überlegt was in meinem Leben eigentlich wichtig sei und was auch mir bereits geholfen habe. Sehr wichtig in
meinem Leben waren und sind Gesundheit, meine Familie, die Berge, Sport und Bewegung sowie
hochgesteckte Ziele. Ich habe mir dann Gedanken gemacht was ich aus alldem denn machen könnte damit
vielleicht jüngere Menschen Perspektiven bekommen. Mir ist dann der Penningberger Sportverein eingefallen.
Dessen Obmann Hans Fuchs und sein Team widmen einen großen Teil ihrer Freizeit dem Sport und der
Betreuung von Kindern sodass diese Sport betreiben können. Nicht Computerspiele oder Videofilme sondern
Schifahren und Rodeln, Schwammerl sammeln und wandern stehen am Programm. Ich hoffe dass also mit
dem finanziellen Beitrag den ich in diesem Falle leisten durfte, und dem Funken Motivation der vielleicht beim
einen oder anderen entzündet wurde, Kinder mehr in Richtung Sport als in andere Richtungen bewegt werden
können. Das Geld ist bei Hans in besten Händen und er hat auch schon Ideen welche Attraktionen er den
Penningberger Kindern in Zukunft bieten möchte.

Um nun nicht noch länger deine wertvolle Zeit in Anspruch zu nehmen werde ich meine Gedankensammlung
nun an dieser Stelle beenden, kann mir aber untenstehenden Satz doch nicht ganz verkneifen:
Der Mensch wächst mit seinen Problemen und Herausforderungen (bei mir sind das meine Projekte).
Ob er sich diesen Herausforderungen stellt?
Diese Entscheidung trifft jeder selbst!

Ich möchte mich noch bei einigen Menschen und Unternehmen bedanken:

Bei meiner Familie (das Projekt 15 ist erledigt – aber – es werden weitere kommen, bitte unterstützt meine
Spinnereien weiterhin! )
Bei meinen Freunden Martin, Matthias, Mich, Robin und Tom (für die perfekte Betreuung und die
gemeinsamen Vorbereitungen und Trainingseinheiten)
Nochmals extra bei meinem Freund Martin (für alle Materialtüfteleien und deine permanente Unterstützung!)
Bei der Firma Sport Brosig (für Material und Ratschläge)
Bei Alexander Osl von EAT4FUN (für die Hilfe in allen Essens und Ernährungsangelegenheiten)
Bei Günther Feuchtner (für all die Trainingsjahre und alles das ich dabei lernen durfte)
Bei all meinen Mitarbeitern (die Tourenschuhe welche ich zu Anpassungszwecken Tagelang im Büro getragen
habe passen jetzt!)
Bei Hans Fuchs und seinem Team (ich hoffe meine Tochter Anna kommt auch in den Genuss eurer Ideen)

Bei allen Begleitern während des Projektes und allen anderen Touren die wir gemeinsam unternehmen
Bei allen Sponsoren und Gönnern.